Über uns

Ist Medienreflexion ein Effekt medialer Praktiken und Kulturtechniken? Gibt das Mediale den Anstoß zum Denken, indem es ermöglicht, zu seinem ›Wie‹ als techne und poiesis im Schreiben, Beobachten, Gestalten und Darstellen zurückzugehen? Kann alles Hergestellte als Mediales gelten? Sind alle künstlerischen Praktiken, alle (Kultur-)Techniken medial? Ist alles Denken mit einer techne oder poiesis des Schreibens, Beobachtens, Gestaltens oder Darstellens verbunden? Die Arbeit des Internationalen Netzwerks für Medienphilosophie setzt bei Fragen wie diesen an und untersucht mögliche Zugänge im (a) Konfrontieren von konträren, jedoch gleichermaßen begründeten Lösungen, (b) im Versuch des Begründens einzelner Lösungen und (c) im Entscheiden für die am wahrscheinlichsten erscheinende Lösung. Es werden auf diese Weise in einem ersten Schritt über Aporien Strukturen des Medialen kenntlich gemacht, um in einem zweiten Schritt Postulate des Medialen herausarbeiten zu können, von denen sich gegenwärtige Medienphilosophie beanspruchen lässt.
Die 15 Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, der Schweiz, Tschechien und den USA durchdenken und diskutieren auf insgesamt zwei internen Workshops und zwei öffentlichen Tagungen zusammen mit nationalen und internationalen Gästen auf diesem Weg beispielhaft (1) die Reflexivität des Medialen zwischen rekursiven, technischen Operationen und blinden Flecken einer ›beteiligten‹ Beobachtung, (2) die Performativität des Medialen zwischen Vollzügen konkreter kultureller Praktiken und Widerständen des Nicht-mediierbaren und (3) die Responsivität des Medialen zwischen Tun und Herstellen, ›Werden‹ und ›Lassen‹, Getroffensein und Antworten. Die erarbeiteten Vorschläge werden nach Ende der Laufzeit des Projekts in einer Anthologie veröffentlicht.

Förderzeitraum: 01. Dezember 2017 bis 30. November 2019